Gemeinsam sind wir stark: Inklusion an der FCS

Als eine Schule, die auf biblischer Basis arbeitet und sich nach Jesus Christus benennt, fühlen wir uns besonders verpflichtet, möglichst jeden jungen Menschen willkommen zu heißen und jedem Wertschätzung entgegenzubringen, unabhängig von seinen Begabungen und Begrenzungen. Im Folgenden sollen Sie einen Überblick über die inklusive Beschulung an der FCS in Kaan-Marienborn erhalten.

1. Rahmenbedingungen

  • Drei Förderlehrer, eine Schulsozialarbeiterin und eine Inklusionskraft mit einigen Stunden vor Ort​
  • Jede Förderlehrkraft ist für zwei aufeinanderfolgende Jahrgänge zuständig.
  • 10 von 12 Klassen sind aktuell sogenannte Inklusionsklassen mit bis zu 7 Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf.
  • 19 Schulbegleiterinnen und ein Schulbegleiter ("I-Kräfte") sind zusätzlich noch im Einsatz und unterstützen, wo möglich und nötig.
  • Aufgrund unserer Rahmenbedingungen liegen aktuell die Möglichkeiten der Förderung an unserer Schule bei den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung. Sehen und Hören ist im Einzelfall zu prüfen.

​2. Schulleben

Für uns ist es absolut selbstverständlich, dass die Schüler mit besonderem Förderbedarf an unserer Schule voll integriert und respektiert sind. Sie gestalten Schulgottesdienste mit ihren Klassenkameraden, gehen auf Klassenfahrt und machen Praktika und übernehmen auch Verantwortung in der Klasse.

Darüber hinaus können sie sich auch außerhalb der Klasse verantwortlich einsetzen. So übernimmt einer dieser Schüler die Leitung der Lichttechnik während größerer Schulveranstaltungen. Ein anderer arbeitet leidenschaftlich gerne und verantwortungsvoll mit dem Hausmeister.
 

​3. Förderung

Um den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Schüler mit Förderbedarf gerecht werden zu können, gibt es verschiedene Ansätze der Förderung.
 

a. Unterricht

  • findet sowohl binnendiffernziert im Klassenverband statt
  • als auch außendifferenziert in Kleingruppen, was den meisten Schülern mit Förderbedarf sehr gut tut.
  • Zusätzlich kann stundenweise auch eine Einzelförderung sinnvoll sein.

b. Individuelle Förderung

  • Schwerpunkte sind hier besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen sowie der Fein- und Grobmotorik.
  • Darüber hinaus können die Schüler auch Angebote wie eine Hausaufgabenbetreuung (Klasse 5 und 6) oder das Marburger Konzentrationstraining annehmen.

c. Lebenspraktische Übungen

Schule besteht nicht nur aus theoretischen Inhalten, sondern möchte aufs Leben vorbereiten. Daher ist uns gerade im Bereich der Förderpädagogik dieser Bereich sehr wichtig.

Schon ab Klasse 5 sollen die Schüler mit Förderbedarf die Möglichkeit erhalten, alltägliche Dinge neu zu erlernen oder zu festigen. Dazu gehören das Einkaufen, Fahrpläne richtig lesen und kleinere handwerkliche Tätigkeiten.

Darüber hinaus engagieren sich die Schüler ab Klasse 7 auch in den Bereichen Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau (z.B. im Schulgarten) oder als Maler und Lackierer.

Diese Tätigkeiten machen den meisten Schülern sehr viel Spaß, weil sie hier ihr Potential ausbauen können. Immer wieder führt das auch zu einer Leistungssteigerung im Unterricht.

d. Praktika

Die Schüler mit besonderem Förderbedarf nehmen ganz normal an den schulischen Praktika teil und werden dort sowohl vom Klassen- als auch vom Förderlehrer vorbereitet und betreut.

Darüber hinaus besteht für alle Schüler mit Förderbedarf die Möglichkeit, ab Klasse 9 ein sogenanntes Langzeitpraktikum zu absolvieren. Dieses dauert mindestens ein Halbjahr und kann bis Klasse 10 verlängert werden.

Gerade diese Praktika sind für viele unserer Schüler die eigentliche Bewerbung um eine Ausbildungsstelle.
 

4. Beratung & Kommunikation

Jeder Förderlehrer ist an einer engen Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten interessiert.

Ab Klasse 5  ...

  • regelmäßiger Austausch mit allen an der Förderung Beteiligten
  • Gespräch mindestens einmal pro Schuljahr über Förderziele, Differenzierung u.a.m.

​Ab Klasse 7:

  • Schullaufbahnberatung, die einmal jährlich für alle verpflichtend ist​

​Ab Klasse 9:

  • Berufs- und Ausbildungsberatung
  • Kontaktaufnahme mit der Rehaberatung der Agentur für Arbeit
  • Konkretisierung des Abschlusszieles

Kein Abschluss ohne Anschluss!

Gerade Eltern von Schülern mit besonderem Förderbedarf fragen sich häufig, wie es mit ihren Kindern nach der Schule weitergehen kann. Und auch die Schüler selbst kommen immer wieder mit dieser Frage zu den dafür verantwortlichen Lehrern.


1. Ansprechpartner

Für die Schullaufbahn- und Berufsberatung der Schüler mit besonderem Förderbedarf ist Herr Troß zuständig.

Sprechzeiten: Dienstag 1. bis 6. Stunde und nach Absprache

 

2. Kooperationen

  • Rehaberatung der Agentur für Arbeit (Frau Wirth)
  • ​Integrationsfachdienst (IFD)
  • Autismuszentrum


3. Abschlüsse

Da die Schwerpunkte unserer schulischen Förderung aktuell bei den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung liegen, wollen wir Sie dazu über die möglichen Abschlüsse informieren.

a. zielgleicher Förderbedarf

  • Wer?

Schüler mit den Förderbedarfen Sprache, sozial-emotional, körperlich-motorische Entwicklung​ und Autismus (ggf. auch Sehen und Hören)

  • Abschlüsse?

Hier sind alle regulären Abschlüsse möglich. 

b. zieldifferenter Förderbedarf

  • Wer?

Schüler mit den Förderbedarfen Lernen

  • Abschlüsse?

- Wer die Schule nach Erreichen der Schulpflicht vor der 10. Klasse verlässt, erhält ein Abgangszeugnis.

- "Förderabschluss Lernen" (nach Besuch der 10. Klasse). Bei Förderbedarf Lernen kann unter bestimmten, festgelegten Bedingungen auch der Hauptschulabschluss nach Klasse 9 erreicht werden.

- Für den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 müsste der Förderbedarf spätestens zum Ende der Klasse 9 aufgehoben werden und die Zentrale Abschlussprüfung erfolgreich bestanden werden.


4. Verlängerung der Schullaufbahn

Wie bei jedem anderen Schüler auch besteht eine zehnjährige Schulpflicht bzw. Berufsschulpflicht bis zum 18. Lebensjahr.

Im Bereich der Sekundarstufe I kann ein Förderschüler unter bestimmten, gesetzlich festgelegten Bedingungen die Schullaufbahn um bis zu zwei Jahre verlängern:

​Bei Schülern mit dem Förderbedarf Lernen gilt:

Die unterrichtenden Lehrer beraten sich frühzeitig (in der Regel ab Klasse 8), ob bei bestimmten Schülern mit zieldifferentem Förderbedarf ein höherer Abschluss realistisch und machbar erscheint. Dahingehend werden auch die Erziehungsberechtigten beraten.

Kommt die Lehrerschaft zu dem Ergebnis, dass durch eine Verlängerung um bis zu 2 Jahre der höhere Abschluss erreicht werden kann, stellen die Eltern einen formlosen Antrag um Schullaufbahnverlängerung an unsere Schule.

Neben den fachlichen Leistungen sind aber auch das Arbeits- und Lernverhalten sowie das Sozialverhalten eine wichtige Entscheidungsgrundlage, da sie das Erreichen des Abschlusses maßgeblich beeinflussen.